L i b e r e c - Es ist Länderspielpause, aber keine Pause für den FC Slovan Liberec: Der Zweite der Chance Liga nutzt die Unterbrechung für einen Test gegen Śląsk Wrocław. Während Liberec mit breiter Brust anreist, steht der polnische Erstligist nach einem schwierigen Saisonstart bereits unter Druck. Austragungsort des Duells ist Jelenia Góra in Polen. Anstoß ist am Sonnabend um 16.00 Uhr.
Für unsere Mannschaft ist der Test eine willkommene Gelegenheit, trotz der langen Unterbrechung im Rhythmus zu bleiben. Denn der Saisonstart ist äußerst erfolgreich verlaufen. Slovan steht auf dem zweiten Tabellenplatz und hat lediglich drei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Slavia Prag. Seit inzwischen sieben Spielen ist die Mannschaft ungeschlagen. Ganz anders präsentiert sich die Situation beim kommenden Gegner.
Śląsk steckt im Tabellenkeller fest
Śląsk Wrocław erwischte einen Fehlstart in die neue Spielzeit. Nach neun Spieltagen stehen gerade einmal sechs Punkte auf dem Konto. Nur ein Sieg gelang bislang – ausgerechnet gegen den derzeitigen Tabellenletzten Raków. Mit elf erzielten Toren und 15 Gegentreffern rangiert Wrocław aktuell auf Platz 15 der Ekstraklasa und damit unmittelbar oberhalb der Abstiegsplätze.
Auch zuletzt wollte die Wende nicht gelingen. Die vergangenen drei Ligaspiele gingen allesamt mit 1:2 verloren. Gegen Jagiellonia, Korona und zuletzt Wisła fehlte jeweils nur wenig zu einem Punktgewinn. Für die Mannschaft aus Breslau bleibt damit vor allem die Hoffnung auf den Pokal. Dort gelang mit dem Sieg gegen Pogoń Szczecin zuletzt ein Erfolgserlebnis.
Śląsk Wrocław wurde 1947 gegründet. Auf den ersten großen Titel musste der Verein allerdings fast drei Jahrzehnte warten. 1975/76 gewann Wrocław erstmals den polnischen Pokal, ein Jahr später folgte der erste Meistertitel. Die zweite polnische Meisterschaft holte der Klub in der Saison 2011/12.
Sieben Scorer-Punkte: Samiec-Talar als Hoffnungsträger
Individuell sticht bei Śląsk bislang Piotr Samiec-Talar hervor. Der Angreifer kommt in sieben Einsätzen auf vier Tore und drei Vorlagen und ist damit der gefährlichste Offensivspieler des Teams. Zuletzt fehlte er allerdings im Kader. Hinter Samiec-Talar folgt Przemysław Banaszak mit zwei Treffern.
Für Śląsk ist die Partie gegen Liberec damit nicht nur ein Test, sondern auch eine Gelegenheit, Selbstvertrauen zu tanken. Für den Slovan wiederum geht es darum, auch während der Länderspielpause den positiven Schwung mitzunehmen.
Allerdings wird Liberec nicht in Bestbesetzung antreten können. Gleich zehn Spieler wurden für ihre jeweiligen Nationalmannschaften nominiert. Hinzu kommt der verletzungsbedingte Ausfall von Augustin Drakpe. Dafür besteht die Hoffnung, dass einige der zuletzt länger verletzten Innenverteidiger wieder ins Geschehen eingreifen können.
Für das Trainerteam bietet die Partie somit vor allem eine Chance, Spielern aus dem erweiterten Kader wichtige Einsatzminuten zu geben. Wer bislang weniger zum Zug kam, kann sich gegen den polnischen Erstligisten für weitere Aufgaben empfehlen.
Zweites Duell mit Breslau
Viel gemeinsame Geschichte haben beide Vereine bislang nicht aufzuweisen. Erst einmal trafen Liberec und Breslau aufeinander. Das Spiel fand im Sommer 2018 statt und war Teil der Feierlichkeiten zum 60-jährigen Bestehen des FC Slovan. Einen Sieger gab es damals nicht: Die Partie endete 1:1. Für Liberec traf Martin Koscelník. Aus dem damaligen Kader ist heute allerdings nur noch ein Spieler dabei: Jan Mikula.
Für Slovan geht es am Sonnabaend weniger um das Ergebnis als um Rhythmus, Spielpraxis und die Chance für Spieler aus der zweiten Reihe. Śląsk hingegen dürfte jede Gelegenheit begrüßen, vor der Fortsetzung des Ligaalltags neues Selbstvertrauen zu sammeln.