L i b e r e c - Zwischen den Ligaspielen in Zlín und gegen Hradec Králové steht für die Mannschaft von Branislav Fodrek der erste Auftritt im nationalen Pokal auf dem Programm. In der zweiten Runde des MOL Cups gastiert Liberec im nahegelegenen Přepeře. Anpfiff ist am Mittwoch, den 26. August, um 17:30 Uhr.
FK Přepeře
Der nächste Gegner des Slovan blickt auf eine vergleichsweise kurze, dafür aber äußerst bemerkenswerte Vereinsgeschichte zurück. FK Přepeře wurde 2013 gegründet. Der Aufstieg des Vereins durch die tschechische Fußballlandschaft war seinerzeit eine echte Rarität: Innerhalb von nur sechs Jahren gelang Přepeře sechs Mal in Folge der Aufstieg. Aus den regionalen Kreisklassen arbeitete sich der Klub bis in die dritthöchste Spielklasse Tschechiens, die ČFL, vor.
Aktuell spielt Přepeře in der vierthöchsten Liga. Die Vereinsfarben sind Schwarz und Gelb. Seine Heimspiele trägt der Klub in einem kleinen, gemütlichen Stadion unweit der Bahngleise aus. Die Anlage wurde umfassend modernisiert, die Renovierungsarbeiten wurden 2018 abgeschlossen.
Der größte sportliche Erfolg der Vereinsgeschichte ist bis heute die Teilnahme an der dritten Liga. Přepeře schaffte den Sprung in die ČFL nach dem zweiten Platz in der Divize C in der Saison 2018/19. Auch im MOL Cup schrieb der Verein bereits interessante Kapitel. Gleich zweimal erreichte Přepeře die dritte Runde und traf dabei jeweils auf einen Erstligisten. Im Februar 2021 unterlag man Viktoria Pilsen mit 0:7, ein Jahr später musste sich Přepeře dem FK Jablonec knapp mit 0:1 geschlagen geben.
Auch mehrere Spieler mit Vergangenheit bei Slovan liefen bereits im gelb-schwarzen Trikot von Přepeře auf. Zu nennen sind unter anderem Verteidiger Karel Knejzlík sowie Vojtěch Hadaščok, der nach seinem Engagement in Přepeře zum Reserveteam des Slovan zurückkehrte.
Aktuell steht zudem ein besonders bekanntes Gesicht im Kader des Pokalgegners: Tomáš Malínský. Der einst zu den schnellsten Spielern der tschechischen Liga zählende Offensivspieler absolvierte mehr als 60 Pflichtspiele für Liberec.
In der vierten Liga sind mittlerweile drei Spieltage absolviert. Přepeře startete mit einer 2:4-Heimniederlage gegen Kosmonosy, konnte anschließend jedoch zwei Siege feiern. Zunächst gewann die Mannschaft mit 1:0 bei Police nad Metují, eine Woche später folgte im Regionalderby ein deutlicher 5:2-Erfolg gegen Turnov.
Auch im MOL Cup war Přepeře erfolgreich: Auf dem Weg in die zweite Runde setzte sich der Klub zunächst mit 3:0 gegen Velké Hamry durch und bezwang anschließend Ústí nad Orlicí mit 4:3.
FC Slovan Liberec
Slovan möchte seinen gelungenen Saisonstart auch im nationalen Pokal bestätigen. In den vergangenen beiden Spielzeiten gab es im MOL Cup allerdings durchaus Anlass zur Wiedergutmachung.
2024 setzte sich Liberec in der zweiten Runde bei der Povltavská Fotbalová Akademie mit 3:1 durch, schied anschließend jedoch überraschend aus. Beim damaligen Drittligisten Hlučín unterlag der Slovan mit 0:1 – der entscheidende Treffer fiel per Elfmeter.
Ein ähnliches Bild zeigte sich in der vergangenen Saison. In der zweiten Runde ließ Liberec beim 6:0-Auswärtssieg gegen Brandýs nad Labem nichts anbrennen. Einen Monat später war jedoch beim damaligen Zweitligisten Artis Brno Endstation. Nach einem 1:1 nach regulärer Spielzeit musste das Elfmeterschießen entscheiden, in dem sich die Gastgeber durchsetzten.
In diesem Jahr wollen Branislav Fodrek und seine Mannschaft im Pokal deshalb deutlich weiter kommen.
Die bisherige Form macht dabei durchaus Mut. Von fünf Ligaspielen gewann der Slovan drei, spielte einmal unentschieden und musste sich lediglich gegen Teplice geschlagen geben – und das nach einem Platzverweis sogar in doppelter Unterzahl. Bemerkenswert: Alle drei bisherigen Ligasiege wurden auf fremdem Platz eingefahren.
An diese Auswärtsbilanz möchte Liberec am Mittwoch auch in Přepeře anknüpfen.
Slovan geht als klarer Favorit in die Partie, will den Gegner aber trotz des Klassenunterschieds ernst nehmen und endlich wieder eine längere Pokalreise starten.